Prognosebericht

WIRTSCHAFTSPROGNOSEN WEITERHIN UNSICHER

Der Internationale Währungsfonds (IWF) 1) hat seine Prognosen für die kommenden Jahre bestätigt: Er erwartet eine stärkere Dynamik sowohl in den Industrie- als auch in den Entwicklungs- bzw. Schwellenländern. Nach 3,1 % für das Jahr 2016 prognostiziert der IWF für die globale Wirtschaft ein Plus von 3,4 % für 2017 und von 3,6 % für 2018.

Die Wirtschaft im Euro-Raum wird sich voraussichtlich bei 1,6 % einpendeln, nach 1,7 % im abgelaufenen Jahr. Deutschland wird mit einem Plus von jeweils 1,5 % voraussichtlich leicht darunter liegen. Die US-amerikanische Konjunktur soll weiter angekurbelt werden und nach 1,6 % im Jahr 2016 um 2,3 % bzw. 2,5 % in 2017 bzw. 2018 zulegen. Für China prognostiziert der IWF ebenfalls niedrigere Wachstumsraten: Nach einem Plus von 6,7 % im abgelaufenen Jahr soll das BIP 2017 um 6,5 % und 2018 um 6,0 % ausgeweitet werden.

Der ifo Geschäftsklimaindex 2) für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im Januar 2017 von 111,0 auf 109,8 Punkte zurückgegangen. Auch wenn die Unternehmen zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage waren, so blicken sie doch etwas weniger optimistisch auf die kommenden Monate. Der ISM-Einkaufsmanagerindex 3) in den USA stieg zum 1. Februar 2017 überraschend kräftig auf 56,0 Punkte – dies ist der höchste Wert seit November 2014.

DIESELMOTORENMARKT

Für 2017 rechnen wir beim Absatzvolumen für den Baumaschinenmarkt in Nordamerika mit einer Seitwärtsbewegung von –5 % bis +5 % und in Europa bzw. China mit einem Wachstum von 0 % bis 5 % bzw. 5 % bis 10 %. Im Anwendungsbereich Material Handling prognostizieren wir in Europa einen Zuwachs zwischen 0 % und +10 %, für Nordamerika und China gehen wir dagegen von einer Seitwärtsentwicklung von –5 % bis +5 % aus. Für die Landtechnik erwarten wir in Europa ebenfalls eine Seitwärtsbewegung von –5 % bis +5 %. In China rechnen wir im Bereich leichter und mittelschwerer LKW mit einem leichten Wachstum von 0 % bis +5 %.

Der Dieselmotorenmarkt folgt üblicherweise weitgehend den Anwendungen und Märkten der Endgeräte, in die die Motoren eingebaut werden.

ABSATZ, UMSATZ

Wir stellen uns, wie bereits ausgeführt, auf ein überwiegend stagnierendes bis leicht wachsendes Marktumfeld ein – sehen hier jedoch auch frühe Marktsignale für eine mögliche Verbesserung. Die Lagerbestände, die viele unserer europäischen Kunden im Jahr 2014 im Hinblick auf einen Emissionsstufenwechsel aufgebaut hatten, wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr weitgehend abgebaut. Hieraus ergibt sich für uns ein spürbar positiver Basiseffekt. Einige Neukundenprojekte befinden sich noch im Produktionshochlauf mit positiven Effekten. Im Servicegeschäft rechnen wir mit einer Fortsetzung der positiven Umsatzentwicklung.

Aufgrund des zunehmenden Anteils höherwertiger Motoren der neuen Emissionsstufen in Europa und Amerika wird sich der Dieselmotorenmarkt im Wertvolumen weiterhin besser entwickeln als die Stückzahlen.

Insgesamt gehen wir insofern von einem deutlichen Umsatzanstieg aus. Der Umsatzanstieg wird vom Segment DCE getragen, während wir im Segment DCS mit einem leichten Umsatzrückgang rechnen. Hintergrund ist, dass die Vorbaumotorenthematik und die Neukundenprojekte überwiegend auf das Segment DCE entfallen. Die Prognose ist im derzeitigen Umfeld naturgemäß mit einer großen Unsicherheit behaftet. Insofern bleibt eine hohe Flexibilität in unserem Geschäft ein entscheidender Wettbewerbsfaktor.

ERGEBNIS

Wir erwarten, dass die EBIT-Marge vor Sondereffekten moderat ansteigt. Hierbei profitieren wir vor allem von der besseren Auslastung und positiven Effekten aus der Standortoptimierung, während wir im laufenden Geschäftsjahr – anders als im Geschäftsjahr 2016 – mit keinem Lizenzerlös rechnen. Aus der Standortoptimierung rechnen wir ab dem laufenden Geschäftsjahr mit jährlichen Effizienzgewinnen von rund 10 Mio. €, insbesondere durch das neue Wellenzentrum, die nach Ulm verlagerte Xchange-Montage und den Entfall von Kosten für den Standort Köln-Deutz. Hiervon haben wir im Berichtsjahr bereits etwa die Hälfte realisiert. Wir rechnen in beiden Segmenten DCE und DCS mit einer positiven Ergebnisentwicklung.

Des Weiteren erwarten wir zeitnah positive Sondereffekte aus Immobiliengeschäften. Zum einen haben wir bereits im Vorjahr ein Erbbaurecht an einem nicht mehr zu Produktionszwecken genutzten Grundstück unserer Beteiligung Ad. Strüver (GmbH & Co.), Hamburg, verkauft – hieraus resultiert im laufenden Geschäftsjahr ein positiver Sondereffekt von rund 10 Mio. €. Zum anderen hat der Vorstand der DEUTZ AG im Februar 2017 den Entschluss gefasst zu prüfen, ob der Standort Köln-Deutz mit einem Areal von rund 160.000 m2, der nach der erfolgten Standortoptimierung nicht mehr betrieblich benötigt wird, bereits zeitnah zu attraktiven Konditionen veräußert werden kann. In diesem Zusammenhang wurde die Aufnahme von Verkaufsverhandlungen autorisiert. Sollte dieser Prozess zu einem positiven Ergebnis führen, könnte DEUTZ hieraus, in Abhängigkeit von der jeweiligen vertraglichen Ausgestaltung, zeitnah einen substanziellen Einmalertrag generieren. Dieser könnte auch bereits teilweise im laufenden Geschäftsjahr realisiert werden.

Als Folge der – vor den positiven Sondereffekten – leicht höheren Ergebniserwartung rechnen wir im laufenden Geschäftsjahr mit einer leichten Steigerung des Return on Capital Employed (ROCE) vor Sondereffekten gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr.

ROHSTOFFE, TARIFENTGELTE

Rohstoffpreise

Für das Geschäftsjahr 2017 sehen wir in den Primärmärkten eine weitere leichte Erhöhung der Preisniveaus, getragen von der leicht positiven Entwicklung der Weltkonjunktur.

Keine Tarifverhandlungen in 2017

Der Tarifabschluss des Jahres 2016 sieht eine Laufzeit bis 31. Dezember 2017 vor und beinhaltet als wesentlichen Bestandteil eine Erhöhung der Entgelte um 2 % zum 1. April 2017.

FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUSGABEN

Wir rechnen mit steigenden Forschungs- und Entwicklungsausgaben in der Größenordnung von 60 bis 70 Mio. €, davon werden bis zu 15 Mio. € aktiviert. Hintergrund sind die Neumotorenprojekte im Hinblick auf die kommende EU Stufe V, die zu einer Erweiterung unseres Motorenportfolios führen werden.

INVESTITIONEN

Für das Geschäftsjahr 2017 erwarten wir Investitionen (vor Aktivierung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen) von rund 70 Mio. €, davon bis zu 15 Mio. € für das geplante Projekt mit Liebherr.

AT-EQUITY KONSOLIDIERTE JOINT VENTURES

Das herausfordernde Marktumfeld in China wird 2017 voraussichtlich weiter Bestand haben. Für unser Joint Venture DEUTZ (Dalian) Engine Co., Ltd. erwarten wir eine leichte Verbesserung beim Umsatz und Ergebnis. Die Entwicklung wird stark von der Auslastung und damit vom Marktumfeld geprägt sein.

WORKING-CAPITAL-QUOTE, FREE CASHFLOW UND EIGENKAPITALQUOTE

Bei der Working-Capital-Quote rechnen wir im Durchschnitt der Quartalsenden mit einer leichten Verbesserung gegenüber dem Wert des abgelaufenen Geschäftsjahres von 17,9 %. Ferner erwarten wir einen positiven Free Cashflow auf dem Niveau des abgelaufenen Geschäftsjahres. Sollten die Verhandlungen über den Verkauf des Standorts Köln-Deutz erfolgreich sein, rechnen wir mit einem Free Cashflow im mittleren bis höheren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Die Eigenkapitalquote, die derzeit deutlich über 40 % liegt, wollen wir auch weiterhin über diesem Wert halten. Die gute Eigenkapitalausstattung macht uns in einem volatilen Marktumfeld unabhängiger von den Kapitalmärkten.

MITARBEITER

Standortoptimierung

Die Standortoptimierung läuft weiter nach Plan. Nach Abschluss der ersten Stufe der Verlagerung von Übersee nach Ulm im Jahr 2015 wurden im Jahresverlauf 2016 kontinuierlich Optimierungen im Austauschmotorengeschäft vorgenommen. Die endgültige Verlagerung soll plangemäß zum 30. Juni 2017 abgeschlossen werden.


Flexible Beschäftigung

Um auf die Zyklizität unserer Branche angemessen zu reagieren, werden wir auch weiterhin von den Möglichkeiten der befristeten Arbeitsverträge sowie der Leiharbeit Gebrauch machen, auch wenn sich die Bedingungen durch das neue Arbeitnehmerüberlassungsgesetz deutlich verändern werden.

GESETZLICHE REGULIERUNGEN, ABGASNORMEN

Die Verordnung 2016/1628 der Europäischen Union zur Einführung der Stufe V ab 2019 ist am 6. Oktober 2016 in Kraft getreten. Damit werden die Grenzwerte für gasförmige Emissionen in allen Leistungskategorien weitestgehend mit den USA harmonisiert. Zusätzlich gilt u. a. ein Partikelanzahlgrenzwert für Dieselmotoren mobiler Arbeitsmaschinen im Leistungsbereich von 19 bis 560 kW. Diesen erfüllen unsere mit Dieselpartikelfilter ausgestatteten TCD-Motoren mit 2,9 bis 7,8 Liter Hubraum bereits heute. Mit unserem »Stage V ready«-Siegel garantieren wir zudem, dass die gesamte DEUTZ-TCD-Motorenpalette von 2,2 bis 16 Liter Hubraum die EU Stufe V erfüllen wird, ohne dass Änderungen am Kundengerät erforderlich sein werden. Eine weitere Verschärfung der Abgasemissionsgrenzwerte in den USA ist derzeit nicht abzusehen.

1) IWF World Economic Outlook Update, Januar 2017.
2) ifo Institut, Januar 2017.
3) ISM-Einkaufsmanagerindex, Februar 2017.

Disclaimer

Dieser Lagebericht enthält bestimmte Aussagen über zukünftige Ereignisse und Entwicklungen sowie Angaben und Einschätzungen der Gesellschaft. Solche in die Zukunft gerichteten Aussagen beinhalten bekannte und unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen zukünftigen Leistungen, Entwicklungen und Ergebnisse der Gesellschaft oder der für die Gesellschaft wesentlichen Branchen wesentlich (insbesondere in negativer Hinsicht) von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Eine Gewähr kann folglich für die zukunftsgerichteten Aussagen in diesem Lagebericht nicht übernommen werden.

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